Michael Köhler rettet den Sieg

Am 8. Spieltag der Unterfrankenliga konnte die erste Mannschaft ihr Auswärtsspiel in Aschaffenburg mit 4,5:3,5 gewinnen und den Abstiegskampf weiter spannend halten. Prichsenstadt II erreichte nach wechselhaftem Spielverlauf gegen die ersatzgeschwächte Mannschaft von Würzburg V einen 5:1 Sieg.

 

Ein gewaltiger Schritt in Richtung Klassenerhalt gelang den Prichsenstädter Schachspielern durch einen knappen Sieg in Aschaffenburg-Schweinheim. Obwohl die Schweinheimer Mannschaft mit einem DWZ-Schnitt (Deutsche Wertungszahl) von 1882 als klarer Favorit ins Rennen ging, war der 4,5 : 3,5 Sieg der Prichsenstädter (DWZ-Schnitt 1800) nicht unverdient. Schon nach rund eineinhalb Stunden hatte Wolfgang Schmitz gegen Matthias Hasenstab ein völlig ausgeglichenes Turmendspiel auf dem Brett stehen, das logischerweise Remis endete.

Kurz darauf konnte Thomas Steinhauser gegen Christoph Rossmeier in einem präzise geführten Endspiel mit Springer gegen Läufer seinen Mehrbauern verwerten und seiner Mannschaft am zweiten Brett mit den schwarzen Steinen die Führung sichern. Ein weiterer Schlag wurde den Gastgebern durch Michael Zieglers Sieg über den Schweinheimer Spitzenspieler Boris Fuks versetzt. Mit einem raffiniert vorbereiteten Qualitätsopfer fädelte Ziegler einen vernichtenden Mattangriff ein.

Den nächsten Erfolg erspielte Helmut Lindner, indem er dem über 200 DWZ-Punkte höher eingestuften Horst Dommermuth ein wichtiges Remis abluchste. In Anbetracht der komfortablen Führung seiner Mannschaft ging auch Dieter Krenz am dritten Brett gegen Peter Lutz kein

Risiko mehr ein, wickelte in ein ausgeglichenes Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern ab und akzeptierte das letzte der zahlreichen Remisangebote seines Gegners.

Zwar führte Prichsenstadt nun mit 3,5 zu 1,5, aber noch war der Kampf nicht entschieden. Am sechsten Brett meldete sich Schweinheim zurück, indem Nadja Berger mittels einer Katalanischen Eröffnung Werner Klüber unter permanenten Druck setzte. Schließlich ging ein Bauer und bald darauf auch die Partie verloren.

Lange hatte es so ausgesehen, als würde Manfred von Golitschek den entscheidenden Punkt zum Sieg beisteuern. Seine Stellung mit einem weit vorgerückten Mehrbauern, der zugleich ein gedeckter Freibauer war, wurde von den meisten Prichsenstädtern als klar gewonnen eingeschätzt. Aber mit

Mattdrohungen vermochte Roland Häcker das Spiel zu komplizieren, den Bauern

zurück zu gewinnen und doch noch die Punkteteilung zu erreichen.

Somit konnte Prichsenstadt zwar nicht mehr verlieren, der Sieg hing jedoch vom Ausgang der

letzten Partie am achten Brett ab. Hier hatte es Michael Köhler mit Sergej Stroh, der über 300 DWZ-Punkte mehr auf dem Konto und zudem die weißen Figuren hatte, zu tun. Schon vor der ersten Zeitkontrolle im 40. Zug hatte Köhler in einer kritischen Stellung mit sehr knapper Bedenkzeit gerade noch die gefährlichsten Klippen umschiffen können. Schließlich hatte sich ein unklares Endspiel ergeben, in dem Köhler über einen Springer und drei verbundene Bauern am Damenflügel, der Gegner über Läufer, zwei Bauern am Damenflügel und einen Freibauern auf der H-Linie verfügte. Nach zäher Verteidigung und über fünf Stunden Spielzeit konnte Köhler endlich alle Gewinnversuche des Gegners vereiteln, das Remis sichern und somit zum Prichsenstädter Matchwinner werden.

 

Prichsenstadt II ging beim Auswärtsspiel gegen Würzburg V bereits zu Bginn 2:0 in Führung, da die Heimmannschaft nur 4 Spieler aufbieten konnte. So gewannen Philipp Eckoff und Uwe Prühl kampflos. Nach etwa einer dreiviertel Stunde schien diese Führung bereits aufgebraucht zu sein. An Brett zwei verlor Andreas Szymanski gegen Werner Brockhaus einen Bauern und konnte nach Abtausch der Figuren das Bauernendspiel nicht mehr halten und gab nach 1,5 Stunden auf. Annette Burzler hatte an Brett 3 im frühen Mittelspiel etwas Glück nicht in Nachteil zu geraten. Nachdem ihr Gegner Manfred Buchner diese Chance ausließ, war Annette die ganze Partie am Drücker und konnte aufgrund der zahlreichen taktischen Drohungen schließlich sicher gewinnen. 

Ein großes Drama spielte sich am Spitzenbrett ab. In leicht besserer Stellung stellte Otto Mutzbauer gegen Dietrich Klein die Dame ein und die Partie schien verloren. Als kurze Zeit später sein Gegner ebenfalls unnötig die Dame einstellte war die Verwirrung bei beiden Spielern groß. Schließlich hatte Otto seine besser Stellung wieder und konnte mit einer Mehrfigur gewinnen (4:1). 

Nie in Gefahr war der Sieg von Dominik Schwarz gegen Nikolaus Renner. Mit den schwarzen Steinen zeigte er sich bestens präpariert. Im frühen Mittelspiel konnte er erst einen Bauern, dann eine Figur und schließlich die Partie gewinnen und den 5:1 Sieg sicherstellen. 

Zum Saisonabschluss konnte der 3. Platz bei 7 Mannschaften erreicht werden. 

Topscorer in dieser Saison waren Claudius Feidel mit 3/3 und Dominik Schwarz mit 5/6.