Das Turnier der vergebenen Chancen

Ein Prichsenstäder beim Chemnitzer Turm Open

Vom 27.09. bis 30.09 spielte ich (Dominik Schwarz) beim Chemnitzer Turm Open in Sachsen mit. Ich wollte dieses Turnier unbedingt als Vorbereitung auf die neue Saison spielen. Gespielt wurde in einem Hotel, das gleichzeitig für drei Nächte meine Unterkunft war. Das Turnier war stark besetzt. Dies zeigte sich vor allem durch die Anwesenheit mehrerer Titelträger (5 GM, 4 IM, 3 FM, 1 WIM, 1 WFM).Da dieses Turnier zugleich als sächsische Damenmeisterschaft gewertet wurde, waren 15 Damen am Start. In den sieben Partien musste ich gegen drei Frauen antreten. Besonderheiten bei den Regeln waren die für mich unbekannte Bedenkzeit (90 min/40 Züge 15 min für den Rest und 30 sec. Zuschlag ab dem 1. Zug). Weiterhin durfte vor dem 20. Zug kein Remis vereinbart werden.

An Position 92 von 100 spielern war ich in der Setzliste sehr weit hinten gesetzt. Trotzdem erwartete mich in der ersten Runde ein Gegner mit 1850 DWZ. Nach verhaltener Eröffnungsphase mit Weiß konnte ich das Spiel im Gleichgewicht halten. Durch einen zweifelhaften Bauerntausch im 21. Zug musste ich einen Bauern geben. Der gegnerische Freibauer wurde nun immer stärker und so war das Spiel nach knapp drei Stunden Spielzeit für meinen Gegner entschieden.

In der zweiten Runde wählte ich mit Schwarz die königsindische Verteidigung. Meine Ggnerin (1530 DWZ) antwortete darauf mit dem Vierbauernangriff. Nach etwas glücklicher Eröffnungsphase konnte ich einen Bauern gewinnen. Anstatt wenige Züge später den zweiten Bauern zu nehmen und ein besseres Endspiel zu haben, verrechnete ich mich bei einer Kombination und musste eine Figur geben. Die zwei Mehrbauern reichten als Kompensation nicht aus und durch ihre aktiven Figuren konnte mich meine Gegnerin wenig später Matt setzen.   

In der dritten Runde lief es besser. Mit Weiß konnte ich nach ruhiger Eröffnung einen Bauern gewinnen. Doch im Endspiel in dem mein Gegner (1410 DWZ) und ich noch beide Türme und Dame auf dem Brett hatten, schaffte ich es nicht aus meinem Mehrbauern Kapital zu schlagen. So entschied ich mich nach 39 Zügen Remis durch Stellungswiederholung zu machen.

In der vierten Runde eröffnete meine Gegnerin (1480 DWZ) mit 1. c4. Durch mein 1. ... Sf6 erreichten wir durch Zugumstellung wieder Königsindisch. Leider übersah ich einen Einschlag und musste einen Bauern geben. Als Kompensation hatte ich die offene Linie. Ich merkte schnell, dass meine Gegnerin nicht sehr viel über Königsindisch wusste. So vereinbarten wir nach 20 Zügen, in schlechterer Stellung für mich, Remis.

In Runde fünf gelang mir endlich ein Sieg. Meine Gegnerin (1575 DWZ) vergriff sich in der Eröffnung total. Ich konnte von Anfang an mit Weiß Druck machen und gewann schnell eine Qualität. Nachdem ich im Verlauf des Spiels noch ein paar Bauern gewann, entschied ich mich die Qualität zurückzugeben und das klar gewonnene Bauernendspiel zu verwerten.

Am Morgen des letzten Tages in Runde sechs bekam ich wieder einen Gegner mit über 1800. Ich entschied mich wieder für Königsindisch, da die letzten Spielen damit  zu vernünftigen Stellungen geführt hatten. Mein Gegner wählte die Makogonow Variante. Ich kannte diese Variante nicht und war über das frühe h3 meines Gegners erstaunt. Anscheinend kannte mein Gegner aber auch nur den ersten Zug dieser Variante. Er verzichtete auf das normale g4, das den schwarzen Königsangriff durch f5 erschweren soll. So waren wir bald schon wieder in einer mir bekannten Stellung. Nachdem mein Ggner im 22. Zug kein Remis wollte, beschloß ich alles auf Königsangriff zu setzen. Ich überspielte meinen Gegner und gewann einen Bauern, doch kurz vor einem Figurengewinn wählte ich die falsche Abwicklung und verlor in gewonnener Stellung das Endspiel.

In der siebten und letzten Runde hatte ich gegen meinen Gegner mit 1610 DWZ erneut Weiß. In einer undurchsichtigen Eröffnungsphase, in der ich mich nie wohlfühlte, konnte ich aber das Gleichgewicht halten. Eine taktische Verwicklung ermöglichte mir einen zweizügigen Figurengewinn, den ich aber erst in der analyse sah. Anstatt der Figur nahm ich im Spiel zwei Bauern . Dabei übersah ich einen Spieß und musste aufgeben.

Insgesamt kann ich am Ende mit 2 aus 7 nicht zufrieden sein, obwohl ich trotzdem 29 DWZ Punkte gewann. Ich habe zu viele Chancen auf ein besseres Ergebnis ausgelassen. Das Turnier beendete ich als 88. von 100 Teilnehmern. Das Turnier war sehr gut organisiert. Ich überlege mir in den nächsten Jahren wieder dort mitzuspielen.

Weitere Ergebnisse unter: http://www.turmopen.de/

 

 

Dominik Schwarz

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