27.Deutsche Seniorenmeisterschaft in Magdeburg

Am 15.8. 2015 wollte ich um 6.57 Uhr von Kitzingen mit dem Zug  nach Magdeburg starten. Oh Schreck -  der Zug hatte 70 Minuten Verspätung. Zum Glück wollte mich meine Frau am Bahnsteig verabschieden. So konnte sie mich schnell nach Würzburg fahren, um den Anschlusszug noch rechtzeitig zu erreichen. Ab jetzt lief die Anreise problemlos. Das Maritim – Hotel ,wo das Turnier stattfand   war nicht weit vom Bahnhof entfernt. Nachdem ich schon um 12 Uhr mein Zimmer zugewiesen bekam, hatte ich noch etwas Zeit bis zur Eröffnungsfeier um 14.30 Uhr. Der Minister für Inneres und Sport des Landes Sachsen –Anhalt Herr Holger Stahlknecht war der Schirmherr. Auch DSB-Präsident Herbert Bastian war anwesend.

 

Um 15 Uhr wurde die 1.Runde gespielt. Meine Paarung lautete: W. Klüber – J.Vasiljev  DWZ 2023 Elo 2099. Gegen mein Damengambit spielte er die Slawische Verteidigung. Ich stand nach der Eröffnung leicht schlechter, konnte dieses jedoch im Mittelspiel ausgleichen. Nachdem er zweimal Remis abgelehnt hatte  ,wollte er mit einer Königswanderung zum Damenflügel die ausgeglichene Stellung noch für sich entscheiden. Allerdings konnte ich am geschwächten Königsflügel den h6 Bauer gewinnen. Nachdem ich noch einen weiteren Bauern gewann stand ich auf Gewinn .Nach 80.Zügen und ca. 6 Stunden Spielzeit  hatte ich  den Gewinn geschafft. Wie sich herausstellte hatte ich den Deutschen Seniorenmeister von 2011 geschlagen.

 

In der 2.Runde hatte ich mit Schwarz  Volodymyr Ozeran  DWZ 2058 Elo 2133 zum Gegner.Er spielt am 1.Brett in der Oberligamannschaft SK Dessau. Es kam Katalanisch auf das Brett. Er hatte Druck gegen meine c und b Bauern. Nach 42.Zügen gewann er schließlich den c-Bauer. Ich kämpfte wieder knapp 6 Stunden um schließlich nach 70 Zügen zu verlieren.

 

In der 3.Runde hatte ich mit Weiß  zum  Gegner Roland Dyk  DWZ 1917  Elo 2064 .Es kam

die von mir gar nicht geliebte Königsindische Verteidigung auf das Brett. Nachdem ich in der Eröffnung  recht gut stand  , kam ich im Mittelspiel unter Druck. Mein Gegner hatte einen gefährlichen Freibauer auf e3  gebildet. Ich verteidigte mich genau und gewann den Freibauer schließlich. Nun hatte ich einen Mehrbauer und ich konnte meine Stellung weiter verbessern.

Mein Gegner baute eine Blockadestellung auf .Ich  erahnte den Gewinnweg doch schloss dieser eventuell ein Springeropfer ein. Ich traute mich nicht , da ich nicht 100% sicher war .So endete die Partie nach 66.Zügen und über 5 Stunden mit Remis.

 

In der 4.Runde spielte ich gegen den Namensvetter Werner Hobusch DWZ 1912  Elo 2061.

Er spielte e4 und ich antwortete mit Skandinavisch. Im 9.Zug spielte ich zu schematisch und zu schnell. Die Folge war ein  Bauernverlust und die Rochade konnte ich auch nicht mehr machen.

Die Partie war fast aufgabereif. Doch ich riss mich zusammen und kämpfte. Nachdem ich

ein bisschen Spiel bekam, tauschte mein Gegner falsch .Er wollte meine Schachdrohung entschärfen

und lies dabei seinen Läufer stehen. Mein Gegner hatte wegen meiner schlechten Königsstellung

immer noch starken Angriff. Ich entschloss mich die Damen zu tauschen ,musste aber noch einen Bauern geben. Das Endspiel jeder 2 Türme und ich Springer gegen 2 Freibauern war für mich zu schwierig um auf Sieg zu spielen. Nach 35  Zügen einigten wir uns auf Remis.

Schlechtes Spiel  das  in 4.Partie noch einigermaßen verkraftet wurde , wurde in meinen folgenden Partien gnadenlos bestraft.

 

In der 5.Runde bekam ich es mit Weiß mit der mehrmaligen Deutschen Seniorenmeisterin

WFM Mira Kierzek  DWZ 1960 Elo 2062  zu tun. Es kam natürlich mein „geliebtes Königsindisch“ auf das Brett. Nachdem ich in der Eröffnung Vorteile hatte, spielte ich wie so oft zu passiv. In etwas schlechterer Stellung stellte ich im 27.Zug, obwohl ich noch 2 Züge vorher die Drohung gesehen hatte, zweizügig die Qualität ein und gab auf.

 

In der 6. Runde hieß mein Gegner Erwin Lehmann  DWZ 1792 Elo 2012 .Endlich ein Gegner in meiner DWZ Reichweite dachte ich. Also Angriff war die Devise und warum nicht Königsindisch.

War eine schlechte Entscheidung. Ich misshandelte die Eröffnung und stellte in schwieriger Stellung eine Figur ein. Nach 26 . Zügen war Schluss und ich hatte endlich Zeit mir Magdeburg anzuschauen.

  

In der 7. Runde hatte ich wieder Schwarz , so ein Mist. Der Gegner war Arnold Seidel  DWZ 1845 Elo 1992. Er eröffnete mit e4 .Nachdem ich mit Skandinavisch meine Probleme hatte  ,probierte ich den Igel aus .Bis zum 17.Zug hatte ich nach meinem Fritz vollen Ausgleich. Nun wollte ich einen besonders aggressiven  Zug mit f5 spielen und dachte seine Drohungen habe ich im Griff. Doch ein Turmopfer mit Aufgabe im 23.Zug gab mir wieder die Zeit einen Stadtbummel zu machen.

 

Vor der 8.Runde dachte ich noch ,  vielleicht geht es mir wie Dieter auf der UEM -  es kommt die große Nullserie. Mein Gegner war Dr. Frank Strohbusch  DWZ 1720  Elo 1846 endlich ein Gegner , der eine schwächere DWZ hat. Auf mein d4 spielte er die Noteboom –Variante. Ich dachte ,dass kannste machen ,da kenne ich mich aus. Im 11.Zug stand ich schon auf Verlust, wie er mir danach sagte ist es seine Spezialvariante. Ich kämpfte bis zum 32.Zug bis die Lichter endgültig ausgingen.

 

So langsam bin  fast am letzten Tisch Nr.72  angelangt. Mein Gegner in der letzten Runde war Günter Hanft, ein alter Bekannter. Beim Schweinfurt Open 2013 hatte ich gegen ihn Remis gespielt.

Die DWZ von Günter 1552 und Elo 1733. Allerdings hatte nicht nur ich gegen ihn Remis gespielt ,

sondern auch Michael. Also kein Selbstläufer, zumal ich Schwarz hatte. Er eröffnete mit e4.Da meine ganzen Schwarzexperimente mehr oder weniger in die Hose gingen  , antwortete ich mit e5. Ich kam gut aus der Eröffnung heraus und gewann im Mittelspiel ein Bauern, allerdings war es nur ein Doppelbauer. Ich wollte schon fast sein Remisgebot annehmen, doch dass der Helmut mich dwzmäßig überholen würde, dass wollte ich nicht. Schließlich gewann ich nach langem Kampf und dadurch bin ich wertungsmäßig noch mit einen blauen Auge davon gekommen.

 

Insgesamt war es wiedermal ein schönes Seniorenturnier. Übrigens die 2 Kitzinger K und K Karlheinz Kannenberg und Konstantin Kunz waren auch dabei.  Sie haben natürlich in den höheren Regionen gespielt. Vielleicht hat einmal ein weiterer Prichsenstädter Senior Lust ein Seniorenturnier zu spielen – wäre schön.


Werner Klüber

 

 

 


Unser Vereinsabend findet jeden Freitag ab 19.30 Uhr im Café Römer in Prichsenstadt statt.

 

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Egal welche Spielstärke jeder ist bei uns willkommen eine Partie zu spielen!