Am Ende war die Luft raus

Vom 3.-5. Oktober spielte ich (Dominik Schwarz) beim 13. Forchheimer Sparkassen Open in der C-Gruppe mit. An den ungewohnten Benkzeitmodus 90Min/40 Züge 15 Min/Rest + 30Sekunden ab dem ersten Zug konnte ich mich schnell gewöhnen.

Die Gruppe C des Forchheim ist für Spieler mit einer DWZ kleiner als 1600. Ich war auf Platz 21 von 65 Spielern gesetzt. Aus diesem Grund habe ich mir als Minimalziel die Top 30 gesetzt.

Wegen der Auslosung, die durch das beschleunigte Schweizer System erfolgte, musste ich in Runde 1 gegen Nummer 4 der Setzliste (DWZ 1518) spielen. Gegen die Katalanische Eröffnung wählte ich einen ruhigen halbslawischen Aufbau. Nach einer Ungenigkeit in der Eröffnung erhielt ich leichten strategischen Vorteil. Die folgenden Züge waren durch Lavieren der Springer4 geprägt. Als mein Kontrahent einen ungenauen Springerzug spielte, hatte ich die Chane auf einen Bauerngewinn. Mit diesem Mehrbauern entschloss ich mich die Stellung in dynamischeres Fahrwasser zu leiten. Leider erhielt mein Gegner durch eine ungenaue Fortsetzung meinerseits die Chance auf einen Mattangriff. Meine beiden intzwischen gebildeten Freibauern, die bereits die Brettmitte überschritten hatten waren somit wertlos. Die Zeitnot meines Gegner lies es aber nicht zu den Mattangriff nach seinem Figurenopfer konsequent zu Ende zu führen. Am Schluss konnte ich mein Mehrmaterial doch in einen Sieg umwandeln.

In Runde 2 musste ich meine einzige, wenn auch sehr unnötige, Niederlage im Turnier hinnehmen. Mit Weiß konnte ich gegen den späteren Turniersieger (DWZ 1466) im Londener System den Verlust des Läuferpaars vermeiden und durch eine Mattdrohung einen Bauern gewinnen. Nach dem Abtausch weiterer Figuren und dem Kampf um offene Linien bildete ich einen Freibauern auf der a-Linie. Meinem Gegner gelang es diesen geschickt zu blockieren. Im weiteren Spiel setzte ich zu ungenau fort und konnte den Einbruch des gegnerischen Königs am Königsflügel nicht verhindern. Schließlich konnte ich den Freibauern nicht mehr stoppen und musste aufgeben.

Denkbar ungünstig startete die dritte Runde. Nachdem mein Zug nach Forchheim 40 Minuten Verspätung hatte, kam ich mit Hektik im Spiellokal an. Dazu kam der noch vorhandene Ärger über die Niederlage vom Vortag. Nachdem  ich mit Schwarz gegen das Londoner Sytem meiner jungen Gegnerin (DWZ 791) kämpfen musste war ich völlig entnervt. Durch einige plumpe Fallen wollte ich meine deutlich DWZ-schwächere Gegnerin schnell besiegen. Dieses Vorhaben misslang gründlich. Nach einigen ungenauen Zügen fand ich mich, trotz gleichem Materials in einer totalen Verluststellung wieder. Meine Gegnerin bot mir mir Remis an, ich ging allerdings sehr hohes Risiko und lehnte ab. Kurz darauf schaffte ich des den Springer meiner Gegnerin abzusperren und zu gewinnen. Mit dem gewonnenen Material hatte ich keine Probleme mehr das Endspiel zu verwerten und meinen zweiten Sieg einzufahren.   

In Runde drei hatte ich es wieder mit einer aufstrebenden jungen Spielerin zu tun. Trotz ihrer relativ niedrigen DWZ (1043) entwickelte sich ein harter Kampf. Nach ruhiger Eröffnungsphase geriet die Partie zunehmend in taktisches Fahrwasser. Ich schaffte es Druck aufzubauen und einen Bauern zu gewinnen. Kurz darauf gewann ich einen zweiten Bauern , den ich aber forciert zurückgeben musste. Im Endspiel, in dem beide Seiten je Turm und Springer hatten, kam mein Mehrbauer immer besser zur Geltung. Im zunehmenden Spielverlauf wurde meine  junge Gegnerin immer unruhiger, da sie sich in der passiven Stellung sichtlich unwohl fühlte. Als sie dann durch einen zu forschen Zug ihren Springer verlor, hatte ich keine Probleme meinen dritten Punkt einzufahren.

Vor der letzten Runde lag ich auf Platz 12 mit einem halben Punkt Rückstand zur Spitze.

Die Auslosung zur fünften und letzten Runde bescherte mir mit Schwarz einen schwächeren Gegner (DWZ 1160). Dementsprechend wollte ich versuchen noch einmal auf Sieg zu spielen. Mein Gegner konnte in der Hauptvariante der Caro-Kann Verteidigung jedoch geschickt alle Klippen umschiffen. Ich versuchte mit langer Rochade nebst Bauernsturm am Königsflügel die Stellung aufzureisen. Weiß konnte jedoch alle meine relevanten Angriffsfiguren tauschen und es blieb eine strukturell passive Stellung übrig. Ich entschied mich nichts zu überziehen und bot Remis an, welches er annahm.

So konnte ich am Ende 3,5/5 erzielen. Etwas Pech hatte ich mit der Zweitwertung. Hier wurde keine Buchholz sondern der Gegnerschnitt herangezogen. Ich landete schließlich auf Platz 15 von 65 Teilnehmern punktgleich mit Platz 7. Damit konnte ich halbwegs zufrieden sein, da ich auf Platz 21 gesetzt war.

Ingesamt war es ein entspanntes, gut organisiertes Turnier, das für alle Spielstärken geeignet ist. Ich kann jedem empfehlen einmal in Forchheim mitzuspielen.

 

Tabelle und Ergebnisse

Unser Vereinsabend findet jeden Freitag ab 19.30 Uhr im Café Römer in Prichsenstadt statt.

 

Die Jugend trifft sich freitags ab 17.30 Uhr im Café Römer.

 

Egal welche Spielstärke jeder ist bei uns willkommen eine Partie zu spielen!