Von Glanzlichtern bis Tauchgängen

Vom 2.10. bis 4.10.2015 spielte ich (Dominik Schwarz) in der C-Gruppe des Forchheim Opens mit. Nach mäßigem Start mit 1,5/3 konnte ich das Turnier mit 3/5 noch versöhnlich beenden.

Nachdem es mir leider nicht gelungen  war eine preislich vernünftige Unterkunft in Forchheim zu finden entschloss ich mich das Turnier trotzdem mitzuspielen und jeden Tag mit dem Zug anzureisen.

Nach stressfreier Anreise ging es am Freitagabend um 19.00 Uhr mit Runde eins los. Mein Gegner war der Rottendorfer Jugendspieler (U14) Stefan Bardorz. Mit Weiß entschloss ich mich erstmals seit ca. 6 Jahren in einer Turnierpartie wieder 1. e4 zu spielen worauf mein Gegner mit e5 antwortete. Nach normaler Eröffnungsphase, aus der ich nicht sehr viel herausholen konnte, war ich leider kurz unaufmerksam und musste einen Bauern geben. Ich entschied mich dafür den Einschlag an meinem Königsflügel zuzulassen, da ich mir Gegenspiel erhoffte. Zum Glück sah mein Gegner - genauso wie ich - nicht die beste Fortsetzung für Schwarz und ich bekam tatsächlich Gegenspiel auf der g-Linie und konnte den schwarzen König angreifen. Nach einigen ungenauen Verteidigungszügen konnte ich den König meines Gegners  freilegen und nach einer schönen taktischen Kombination die Dame gegen meinen Turm gewinnen, worauf mein Gegner sofort aufgab.

         In Runde zwei am Samstagmorgen musste ich mit Schwarz gegen den Würzburger Jugendspieler (U18) Pascal Eichenauer antreten. Dass ich an diesem Tag lieber im Bett hätte bleiben sollen zeigte sich schon nach fünf Zügen. In einer Variante der Skandinavischen Verteidigung verwechselte ich zwei Züge und spielte trotzdem ohne in die Stellung zu schauen. Mein Gegner könnte auf f7 einen Bauern gewinnen und hatte eine sehr bequeme Stellung. Ich versuchte mich zwar noch 20 Züge zu verteidigen, was allerdings ohne Erfolg blieb. So war die Partie bereits nach einer Stunde verloren und ich wäre am liebsten irgendwo abgetaucht.

        Bis zur dritten Runde, die erst um 17 Uhr begann war nun noch ausreichend Zeit. So ruhte ich mich erst etwas aus und schaute mir dann die Partie der Fußball Landesliga zwischen Forchheim und Bamberg an, die auf dem Sportplatz neben der Veranstaltungshalle stattfand. In der Hoffnung auf klarere Gedanken nach meiner schlechten Partie vom Vormittag setzte ich mich zur dritten Partie ans Brett Ich spielte mit Weiß gegen Heinz Heger, einen Senioren des SC Forchheim. Da dieser deutlich weniger DWZ hatte als ich, entschied ich mich wieder für 1. e4. Nach zweifelhafter Eröffnung meines Gegners, in der dieser einen Bauern opferte oder einstellte (ich weiß es nicht) bot sich mir die Chance eine schöne taktische Kombination auf den unrochierten König des Gegners zu starten. Ich opferte erst meinen Springer und dann meinen Turm um zwei Bauern und die Dame des Gegners zu gewinnen. Zusätzlich konnte ich den gegnerischen König in die Brettmitte treiben.

Leider schloss ich mit dieser klaren Gewinnstellung auf dem Brett mit der Partie schon ab, was mir zum Verhängnis wurde. Nachdem ich einige Chancen zu weiterem Materialgewinn ausgelassen hatte, bekam mein Gegner mehr und mehr Gegenspiel. Nachdem ich nur noch zehn Minuten Bedenkzeit hatte und mein Gegner noch 50 Minuten versuchte ich es mit einem Qualitätsopfer. Im Endspiel mit Dame und zwei Mehrbauern gegen zwei Türme konnte ich aber aufgrund der sinkenden Bedenkzeit keinen Gewinnweg mehr finden. Nachdem ich dann auf Remis durch Dauerschach (dreimalige Stellungswiederholung reklamieren wollte, erklärte mir mein Gegner, dass er nicht einverstanden ist, da ich nur noch wenige Zeit hab und er jetzt auf Zeit gewinnen will. Dass er mir dann noch erklären wollte, dass ich, da ich dreimal den gleichen Zug gemacht habe, die Partie verliere, schoss den Vogel ab. Ich wollte die Uhr anhalten, was mir mein Gegner auch verbieten wollte,um den Schiedsrichter zu holen. Dieser lief zum Glück an unserem Brett vorbei, stellte die Sache klar, und entschied auf Remis. Somit hatte ich nach drei Runden 1,5 Punkte.

Nachdem ich in der dritten Runde bereits einige gute Züge am Brett verpasst hatte, verpasste ich schließlich am Sonntag noch meinen Zug nach Forchheim. Dankenswerterweise fuhr mich meine Mutter nach Forchheim und ich kam gerade noch rechtzeitig zur vierten Runde. Ich musste gegen Ludwig Roth (U14) aus Stetten spielen. Ich hatte also in diesem Turnier fast nur unterfränkische Jugendspieler. Mit Schwarz spielte ich wieder Skandinavisch. Diesmal konnte ich jedoch eine Figur gewinnen. Als Gegenleistung erhielt mein Gegner drei Bauern und nach einem ungenauen Verteidigungszug noch freies Figurenspiel auf meinen unrochierten König. In der Heimanalyse stellte ich jedoch fest, dass die Stellung für mich besser war als am Brett angenommen.  Ich versuchte mich also zäh zu verteidigen und Figuren zu tauschen. Nachdem einige Drohungen abgewehrt waren konnte ich innerhalb weniger Züge zwei Bauern gewinnen. Nachdem mein Gegner dann übersah, dass mein Bauer von meinem Läufer gedeckt war und er mit dem Turm meinen Bauern schlug, konnte ich die Partie gewinnen.

In der fünften und letzten Runde musste ich gegen die Rottendorfer U12 Spielerin Jana Bardorz antreten. Sie war war bereits mehrfache Teilnehmerin bei deutschen und bayerischen Jugendmeisterschaften. Da ich gegen ihren Bruder bereits in Runde eins Weiß hatte, entschloss ich mich nun mein Londoner System auszupacken um eine eventuelle Vorbereitung meiner Gegnerin so gut wie möglich auszuschließen.

Leider spielte ich die Eröffnung zu ungenau, was mich auf die positionelle Verliererstraße brachte. Nach einer unscheinbaren Drohung gegen ihren König fand sie die richtige Verteidigung und bot mir Remis, da sie nicht sicher war wie stark der Angriff wird. Da ich sah, dass mein Angriff keinen Erfolg haben wird, und ich sonst nur in einem positionellen Trümmerhaufen zusammengeschoben werden würde, nahm ich das glückliche remis an.

So beendete ich das Turnier mit 3/5 auf Platz 23 von 85 Teilnehmern. Zwar blieb ich etwas unter meinem Setzlistenplatz 17 mit dem ich punktgleich war, aber das schlechtere Gegnerrating hatte, aber ich habe wieder einige stärken und Schwächen von mir kennengelernt

Das Turnier wurde vom Organisator und den Schiedsrichtern souverän geleitet und ist es wert wieder mitzuspielen.


Tabelle und Ergebnisse


Unser Vereinsabend findet jeden Freitag ab 19.30 Uhr im Café Römer in Prichsenstadt statt.

 

Die Jugend trifft sich freitags ab 17.30 Uhr im Café Römer.

 

Egal welche Spielstärke jeder ist bei uns willkommen eine Partie zu spielen!