London calling - Auge in Auge mit der Weltelite

Vom 4.12.2015-7.12.2015 spielte ich (Dominik Schwarz) bei einem der Rahmenturniere der 7. London Chess Classic mit.

 

Kurz zur Erklärung: Die London Chess Classic sind dieses Jahr Teil der Grand Chess Tour bei der 10 der  besten Spieler der Welt spielen. Nach den Norway Chess und dem Sinquefield Cup ist London die letzte Station. Teilnehmer beim Topturnier waren: Magnus Carlsen, Vishy Anand, Fabiano Caruana, Veselin Topalov, Hikaru Nakamura, Anish Giri, Levon Aronian, Maxime Vachier-Lagrave, Alexander Grischuk und Michael Adams der den Freiplatz des Veranstalters erhielt.

 

In London steht aber nicht nur das Spitzenschach im Fokus. So gab es zahlreiche Turniere für den normalen Schachspieler sowie Turniere für Schüler und Jugendliche.

 

Da ich momentan  in England studiere entschied ich mich das Elo unter 1800 Turnier mitzuspielen.

Los ging es am Donnerstagabend nach dem Vereinsabend bei meinem neuen englischen Verein (South Shields Chess Club), zu dem ich bereits mein Gepäck mitnahm um von dort direkt zum Busbahnhof zu starten, ging es auf die 7 stündige Busfahrt von Sunderland nach London. Nachdem ich von Donnerstagnacht 23.00 Uhr bis Freitagmorgen 6.00 Uhr im Bus saß, war ich trotz etwas Schlaf ziemlich müde. Ich brachte mein Gepäck ins Hostel und entschied mich aber trotz Müdigkeit in die Stadt zu fahren. Wenn man schon mal da ist will man auch was sehen.

Um 16.00 Uhr begann dann die erste Runde des GM Turniers. Im Spielsaal waren gute Bedingungen sowohl für Spieler als auch für Zuschauer. Im Nebenraum wurden die Partien von GM Jan Gustafsson und GM Daniel King kommentiert.

Um 18.30 Uhr dann endlich die erste Runde in meinem Turnier ich hatte Weiß gegen einen Gegner mit Elo 1667. Nachdem ich mit dem Londoner System die ersten 15 Züge relativ problemlos überstand, entschied ich mich für eine interessante Abwicklung. Mein Gegner bot mir dann in Zug 20 Remis. Da ich das Mittelspiel ohne Damen schlecht einschätzen konnte nahm ich an. Ich war mir auch relativ sicher, dass sich meine Müdigkeit im Laufe der Partie bemerkbar gemacht hätte.

Frisch und ausgeschlafen ging es am Samstag in Runde 2. Ich hatte Schwarz und musste gegen die Nummer 1 der Setzliste spielen. Ich war letzter der Setzliste, da ich keine Wertungszahl hatte. Mein Gegner wählte Katalanisch und kam aus der Eröffnung heraus in positionellen Vorteil, den ich das ganze Spiel nicht mehr ausgleichen konnte. Mit einem schönen taktischen Schlag gewann mein Gegner dann eine Figur und die Partie.

In der Nachmittagsrunde am Samstag hatte ich wieder Weiß. Mein Gegner hatte Elo 1660. Nach ausgeglichener Eröffnung mit dem Londoner System bot ich Remis. Mein Gegner lehnte das Angebot innerhalb von 0,2 Sekunden ab. Die Stellung war laut PC 0,0.  Zurecht wie sich herausstellte. Ich wollte zu viel rechnete eine Kombination nicht genau genug und zu schnell, da ich mir die Partien vom Großmeisterturnier anschauen wollte. Ein Figurenopfer für Dauerschach klappte leider nicht und ich musste auch diese Partie aufgeben.

In der vorletzten Runde am Sonntagmorgen hatte ich Schwarz gegen meinen Gegner mit 1539 Elo. Ich wählte Caro-Kann, mein Gegner spielte nicht die aggressivsten Züge. Danach wählte er eine komplexe Abwicklung bei der des es zwei Ausgleichsvarianten und eine Gewinnvariante für mich gab. In der Partie sah ich zum Glück die Gewinnvariante zuerst und hatte bereits nach 12 Zügen einen Springer mehr. Dieses Material konnte ich dann zum Sieg verwerten.

In der fünften und letzten Runde am Sonntagnachmittag hatte ich wieder Weiß Mein Gegner hatte Elo 1700 und ich wählte wieder das Londoner System. Nach unspektakulärem Figurenabtausch nahm mein Gegner das Remis in ausgeglichener Stellung sofort an.

So beendete ich das Turnier auf einem geteilten 41. Platz von 83 Teilnehmern, da es bei diesem Turnier keine Zweitwertung gab. Etwas verwundert war ich als ich sah, dass meine Elo Performance bei über 1600 lag.

Übrigens war ich nicht der einzige Unterfranke. FM Fabian Englert aus Klingenberg spielte das FIDE Open mit, das die ganze Woche dauerte.

Den Montag gönnte ich mir noch zum entspannen und das Superturnier genauer anzuschauen.

Montagnacht um 23:30 Uhr ging es dann mit vielen tollen Erfahrungen und Autogrammen der Topstars wieder 7 Stunden mit dem Bus zurück nach Sunderland. Nach 3 Stunden Schlaf ging es am Dienstagmittag wieder in die Uni und das normale Leben ging weiter.

 

Ergebnisse und Tabelle

Partien (pgn)

Unser Vereinsabend findet jeden Freitag ab 19.30 Uhr im Café Römer in Prichsenstadt statt.

 

Die Jugend trifft sich freitags ab 17.30 Uhr im Café Römer.

 

Egal welche Spielstärke jeder ist bei uns willkommen eine Partie zu spielen!